Blutbild · Abkürzung Ery

Erythrozyten-Wert: Normalwerte und Bedeutung

Erythrozyten sind die roten Blutkörperchen. Sie enthalten den Blutfarbstoff Hämoglobin und transportieren Sauerstoff von der Lunge in den ganzen Körper.

Referenzbereich auf der Skala (Mio./µl)

284,15,1Frauen284,55,9Männer284,15,1Frauen284,55,9Männer
  • niedrig
  • Referenzbereich
  • erhöht
GruppeReferenzbereich
Frauen4,1–5,1 Mio./µl
Männer4,5–5,9 Mio./µl

Was die Bereiche bedeuten

unter dem ReferenzbereichFrauen: unter 4,1 Mio./µl · Männer: unter 4,5 Mio./µl

Ein niedriger Erythrozytenwert bedeutet, dass weniger rote Blutkörperchen als im Referenzbereich gezählt wurden. Entscheidend ist, ob auch Hämoglobin und weitere Blutbildwerte verändert sind.

im ReferenzbereichFrauen: 4,1–5,1 Mio./µl · Männer: 4,5–5,9 Mio./µl

Ein Wert im Referenzbereich spricht für eine übliche Zahl roter Blutkörperchen. Er schließt Veränderungen anderer Blutwerte oder Ursachen von Beschwerden jedoch nicht aus.

über dem ReferenzbereichFrauen: über 5,1 Mio./µl · Männer: über 5,9 Mio./µl

Ein hoher Erythrozytenwert bedeutet, dass mehr rote Blutkörperchen als im Referenzbereich gezählt wurden. Ob dies bedeutsam ist, hängt unter anderem von Flüssigkeitshaushalt, Hämoglobin und Hämatokrit ab.

Häufig nachgeschlagene Werte

Wählen Sie einen Wert, um die ausführliche Einordnung zu sehen (in Mio./µl):

Aus dem Blut des Menschen lässt sich vieles über den Gesundheitszustand oder auch über Erkrankungen ablesen. Dazu wird eine Blutprobe in einem Labor untersucht. Zu den Blutzellen gehören Erythrozyten, Leukozyten und Thrombozyten.

Erythrozyten sind die roten Blutkörperchen, deren Hauptbestandteil, mit rund 90 Prozent ihres Trockengewichts, der Blutfarbstoff Hämoglobin ist. Erythrozyten haben die Form einer Scheibe und sind leicht eingedellt. Die Aufgabe der roten Blutkörperchen ist es, mit Hilfe des Hämoglobins den Körper mit Sauerstoff aus der Lunge zu versorgen und in alle Zellen zu bringen. Kohlendioxid wird dabei auch abtransportiert.

Erythrozyten werden im Knochenmark produziert. Eisen, Folsäure und Vitamin B12 sind dazu notwendig. Pro Sekunde entstehen zwei Millionen neuer Erythrozyten. 24 bis 30 Billionen davon sind im Blutkreislauf eines Menschen zu finden. Die Lebensdauer von roten Blutkörperchen beträgt 120 Tage, danach werden sie in der Milz abgebaut. Das Eisen bleibt aber erhalten.

Die Anzahl der Erythrozyten ist ein häufig überprüfter Blutwert, da dieser Wert einen zuverlässigen Hinweis auf die Sauerstoffversorgung gibt. Zusammen mit dem Hämoglobin-Wert gibt der Erythrozyten-Wert Hinweise auf eine Anämie (Blutarmut), die in erster Linie über den Hämoglobin-Wert festgestellt wird. Außer der Anzahl der Erythrozyten wird auch der Hämoglobin-Wert sowie die Farbe und Form der Erythrozyten überprüft. Der ebenfalls wichtige Wert bei Blutuntersuchungen ist auch der Hämatokrit-Wert. Da 95 Prozent der Blutzellen Erythrozyten sind, haben sie großen Einfluss auf diesen Wert. Wenn dieser Wert zu hoch ist, spricht man von „zu dickem Blut“, die Gefahr einer Thrombose kann dadurch erhöht werden.

Der Referenzwert ist bei diesen Blutzellen für Frauen und Männer unterschiedlich festgesetzt. Bei Frauen sind 4,1 bis 5,1 Millionen pro Mikroliter im normalen Bereich. Bei Männern sind es 4,5 bis 5,9 Millionen pro Mikroliter.

Zu hohe Werte

Zu hohe Erythrozyten-Werte können eine Reaktion des Körpers auf einen länger anhaltenden Sauerstoffmangel sein. Das kann auf Herz- oder Lungenerkrankungen hinweisen. Auch Nierenerkrankungen können diese Werte erhöhen. Starker Flüssigkeitsverlust trägt ebenfalls dazu bei. Auch bei Rauchern kann dieser Wert erhöht sein. Bei längerem Aufenthalt in großen Höhen bildet der Körper wegen des geringeren Sauerstoffangebots mehr rote Blutkörperchen, was zum Beispiel beim Höhentraining von Ausdauersportlern genutzt wird. Seltener steckt eine Erkrankung des Knochenmarks (Polycythaemia vera) hinter erhöhten Werten.

Ein zu niedriger Erythrozyten-Wert kann einen Mangel an Eisen, Folsäure und Vitamin B12 anzeigen. Bei vegetarischer Ernährung muss dieser Mangel manchmal ausgeglichen werden. Ein niedriger Wert kann Blutverlust anzeigen, der beispielsweise durch große Verletzungen, Operationen oder starke Menstruationsblutungen entstehen kann. Auch Erkrankungen des Knochenmarks oder ein vermehrter Abbau roter Blutkörperchen können zu einem niedrigen Wert führen.

Häufige Fragen

Was sind Erythrozyten?

Erythrozyten sind rote Blutkörperchen. Sie enthalten Hämoglobin, den roten Blutfarbstoff, und transportieren damit Sauerstoff von der Lunge in den Körper. Ihre Zahl ist nur ein Teil des Blutbilds.

Warum wird der Erythrozytenwert zusammen mit anderen Blutwerten beurteilt?

Die Zahl der roten Blutkörperchen sagt allein nicht aus, wie viel Hämoglobin im Blut vorhanden ist oder wie groß die einzelnen Zellen sind. Dafür werden unter anderem der Hämoglobinwert, der Hämatokrit als Volumenanteil der roten Blutkörperchen und das MCV als Maß für ihre durchschnittliche Größe herangezogen. Zusammen helfen diese Werte, den Befund genauer einzuordnen.

Muss ich für die Bestimmung der Erythrozyten nüchtern sein?

Für die Erythrozytenzahl ist Nüchternheit meist nicht erforderlich. Folgen Sie jedoch den Hinweisen der Praxis, wenn gleichzeitig andere Werte bestimmt werden, für die Nüchternheit nötig sein kann. Flüssigkeitshaushalt und Entnahmebedingungen können die Konzentration beeinflussen.

Referenzbereiche unterscheiden sich je nach Labor und Messmethode; maßgeblich ist der Bereich auf Ihrem Laborbefund. Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Stand: 25.10.2026.