Die Gamma-Glutamyltransferase (Gamma-GT, GGT) ist ein Leberenzym. Sie steigt besonders empfindlich bei Erkrankungen der Leber und der Gallenwege sowie bei regelmäßigem Alkoholkonsum an.
Referenzbereich auf der Skala (U/l)
Referenzbereich
erhöht
deutlich erhöht
Gruppe
Referenzbereich
Frauen
unter 40 U/l
Männer
unter 60 U/l
Was die Bereiche bedeuten
im ReferenzbereichFrauen: bis 40 U/l · Männer: bis 60 U/l
Ein Wert im Referenzbereich ist unauffällig. Er schließt eine Leber- oder Gallenwegserkrankung jedoch nicht sicher aus.
deutlich über dem ReferenzbereichFrauen: ab 120 U/l · Männer: ab 180 U/l
Eine deutliche Erhöhung sollte ärztlich abgeklärt werden. Auch bei stark erhöhtem Wert lässt sich die Ursache oder der Schweregrad nicht allein aus der Gamma-GT ableiten.
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Was ist der Gamma GT (GGT-Wert)?
Der Laborparameter Gamma-GT dient zur Diagnostik und Verlaufskontrolle von Leberfunktionsstörungen und Lebererkrankungen. Es handelt sich bei der Gamma-Glutamyltransferase um ein Enzym aus dem Aminosäure-Stoffwechsel, welches im Organismus unter anderem in der Leber und den Gallenwegen, aber auch in Niere und Bauchspeicheldrüse vorkommt. Die Messung des Enzyms Gamma-GT im medizinischen Labor erfolgt aus dem Blutserum. Die Gamma-GT wird zusammen mit anderen leberspezifischen Enzymen auch als Leberwerte bezeichnet. Ist dieser Blutwert erhöht, weist das meist auf eine Störung von Leber oder Gallenwegen hin; der Wert kann aber auch durch Alkohol, Übergewicht oder bestimmte Medikamente ansteigen. Verschiedene pathologische Prozesse können zum Untergang von Leberzellgewebe führen.
Gehen innerhalb eines bestimmten Zeitraumes eine bestimmte Anzahl von Leberzellen zu Grunde, dann wird die in den Leberzellen eingeschlossene Gamma-GT an den Blutkreislauf abgegeben. Dies führt dann wiederum zur Erhöhung der Leberwerte im Blut. Die Höhe der Gamma-GT erlaubt allerdings keinen direkten Rückschluss auf das Ausmaß einer Leberschädigung, da das Enzym zum Beispiel auch durch Alkohol oder Medikamente vermehrt gebildet wird oder bei einem Gallenstau ansteigt. Routinemäßig wird das Leberenzym Gamma-GT im Rahmen von Check-ups oder Vorsorgeuntersuchungen bestimmt aber auch dann, wenn bestimmte Symptome eines Patienten eine Lebererkrankung vermuten lassen. Insbesondere Leberschädigungen durch Alkoholmissbrauch, Lebertumoren und Metastasen in der Leber von anderen Krebsgeschwüren aber auch die verschiedenen Formen der Leberentzündungen, Hepatitis, gehen regelmäßig mit einer Erhöhung der Gamma-GT im Blutserum einher.
Wozu wird der GGT-Wert verwendet?
Bei Alkoholabhängigkeit kann die Gamma-GT zusammen mit anderen Werten zur Verlaufskontrolle einer Abstinenz herangezogen werden; als alleiniger Abstinenznachweis, etwa für eine MPU, reicht sie jedoch nicht aus. Der Gamma-GT Wert wird in Einheiten pro Liter (U/l) angegeben, so wie das für andere diagnostisch verwertbare Körperenzyme auch der Fall ist. Da es auch physiologisch zu einem stetigen Untergang von Leberzellen kommt, ist die Anwesenheit von Gamma-GT im Blutserum nichts Ungewöhnliches. Erst wenn die Konzentration des Enzyms die Normwerte überschreitet, kann ein pathologischer Prozess in der Leber vermutet werden. Für Frauen beträgt der Gamma-GT Normalwert kleiner 40 und für Männer kleiner 60 U/l (je nach Labor und Messmethode leicht abweichend).
GGT-Wert in der Diagnostik
Die Bestimmung des Gamma-GT Wertes alleine ist noch kaum diagnostisch aussagekräftig, die diagnostische Eingrenzung einer möglichen Leberzellschädigung geschieht durch Anamnese, Ultraschalluntersuchung der Leber oder eine Gewebeentnahme. Ein deutlich erhöhter Gamma-GT Wert sollte immer ärztlich abgeklärt werden, liegt der Enzymwert jedoch unterhalb des Referenzbereiches, so hat dies in der Regel keinen Krankheitswert. Allerdings schließt ein normaler Gamma-GT-Wert eine Lebererkrankung nicht sicher aus. Die Therapie einer Leberzellschädigung sollte kausal, also streng an der Ursache, ausgerichtet sein. Bei einer alkoholbedingten Schädigung bedeutet das also den Verzicht auf Alkohol, bei Hepatitis die konsequente Behandlung der Leberentzündung und bei Lebertumoren Operation, Chemo- oder Strahlentherapie.
Häufige Fragen
Was sagt die Gamma-GT über die Leber aus?
Die Gamma-GT ist ein Enzym, dessen Aktivität bei verschiedenen Belastungen von Leber und Gallenwegen steigen kann. Sie ist nicht spezifisch für eine einzelne Erkrankung und erlaubt allein keine Aussage über das Ausmaß einer möglichen Schädigung.
Kann Alkohol die Gamma-GT beeinflussen?
Ja, insbesondere regelmäßiger Alkoholkonsum kann die Gamma-GT erhöhen. Ob und wie lange Sie vor der Blutabnahme auf Alkohol verzichten sollen, richtet sich nach den Vorgaben Ihrer Arztpraxis oder des Labors. Besprechen Sie Ihren Konsum offen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Welche anderen Werte werden zusammen mit der Gamma-GT beurteilt?
Häufig werden weitere Leber- und Gallenwegswerte wie GOT, GPT und AP sowie Bilirubin berücksichtigt. Zusammen mit Beschwerden und dem Verlauf helfen sie, den Befund besser einzuordnen.
Referenzbereiche unterscheiden sich je nach Labor und Messmethode; maßgeblich ist der Bereich auf Ihrem Laborbefund. Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Stand: 25.10.2026.
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