Mineralstoffe und Elektrolyte · Natrium
Natrium 122 mmol/l: Was bedeutet der Wert?
Ein deutlich niedriger Natriumwert kann auf eine ernsthafte Störung des Wasserhaushalts hinweisen. Er sollte zeitnah – innerhalb von 1–2 Tagen – ärztlich beurteilt werden, auch wenn zunächst kaum Beschwerden bestehen.
Empfehlung: den Wert zeitnah – innerhalb von 1–2 Tagen – ärztlich klären.
Ihr Wert auf der Skala
- kritisch niedrig
- deutlich niedrig (Ihr Wert)
- niedrig
- Referenzbereich
- erhöht
- deutlich erhöht
- kritisch hoch
Auf einen Blick
- Ihr Bereich
- deutlich niedrig 120–130 mmol/l
- Referenzbereich
- 135–145 mmol/l
- Abstand zum üblichen Bereich
- −13 mmol/l unter der Untergrenze (10 %)
Was 122 mmol/l bedeuten
Ein niedriger Wert bedeutet nicht automatisch, dass dem Körper Salz fehlt; häufig ist das Verhältnis von Wasser zu Natrium verschoben. In diesem Band sind unterschiedlich starke Erniedrigungen zusammengefasst; sehr niedrige Werte gelten als kritisch. Bedeutung und Behandlung hängen davon ab, wie tief und wie schnell der Wert gefallen ist, ob Beschwerden bestehen und welche Ursache vorliegt.
Üblicher Referenzbereich: 135–145 mmol/l. Maßgeblich ist der Bereich auf Ihrem Laborbefund.
Häufige Ursachen
- Vermehrte Rückhaltung von Wasser – etwa durch eine verstärkte Wirkung des wasserregulierenden Hormons bei Erkrankungen.
- Medikamente – insbesondere Entwässerungsmittel und manche Arzneimittel gegen Depressionen können den Wasserhaushalt beeinflussen.
- Herz-, Leber- oder Nierenerkrankungen – sie können dazu führen, dass Wasser im Körper zurückgehalten wird.
- Erbrechen oder Durchfall – dabei gehen Flüssigkeit und Salze verloren; auch die anschließend getrunkene Menge spielt eine Rolle.
- Sehr hohe Flüssigkeitsaufnahme – sie kann die Natriumkonzentration senken, besonders wenn Wasser nicht ausreichend ausgeschieden wird.
- Seltener: Hormonstörungen – etwa eine Unterfunktion der Nebennieren oder eine schwere Schilddrüsenunterfunktion.
- Begleit- oder Messfaktoren – hoher Blutzucker kann den gemessenen Wert senken; stark veränderte Blutfette oder Bluteiweiße können bestimmte Messverfahren beeinflussen.
Mögliche Beschwerden
- Auch deutlich erniedrigte Werte können bei langsamer Entstehung zunächst wenig Beschwerden verursachen.
- Übelkeit oder Erbrechen.
- Kopfschmerzen, Benommenheit oder Verwirrtheit.
- Ausgeprägte Schwäche.
- Bei schwerer oder rasch entstandener Abweichung: Krampfanfälle oder Bewusstseinsstörungen.
Sinnvolle nächste Schritte
- Lassen Sie den Befund innerhalb von 1–2 Tagen ärztlich beurteilen; Ursache, Beschwerden und zeitlicher Verlauf sind wichtig.
- Besprechen Sie Medikamente und mögliche Flüssigkeitsverluste. Ändern oder setzen Sie verordnete Medikamente nicht eigenständig ab.
- Eine ärztlich veranlasste Kontrollmessung und weitere Untersuchungen können zur Einordnung erforderlich sein.
- Versuchen Sie nicht, den Wert selbst mit viel Salz oder einer stark veränderten Trinkmenge zu korrigieren; eine zu schnelle Korrektur kann gefährlich sein.
Wann ärztlicher Rat? Lassen Sie den Befund innerhalb von 1–2 Tagen ärztlich abklären, auch wenn Sie sich noch gut fühlen; bei Übelkeit, Kopfschmerzen, Gangunsicherheit oder Benommenheit noch am selben Tag. Bei Krampfanfall, Bewusstlosigkeit oder starker beziehungsweise rasch zunehmender Verwirrtheit rufen Sie 112; für eine dringende ärztliche Vermittlung ohne solche Warnzeichen erreichen Sie 116 117.
Werte kommen selten allein
Ein einzelner Laborwert wird fast nie für sich beurteilt. Diese Werte werden bei einer Abweichung oft mit betrachtet — wenn sie auf Ihrem Befund stehen, können Sie sie hier direkt einordnen:
Kalium
Kalium wird häufig zusammen mit Natrium beurteilt, weil beide Werte bei Flüssigkeitsverlusten, Nierenerkrankungen und durch manche Medikamente verändert sein können.
Kreatinin
Kreatinin gibt Hinweise auf die Nierenfunktion, die für die Regulation von Wasser und Elektrolyten wichtig ist.
TSH
Bei niedrigem Natrium kann je nach Befund die Schilddrüsenfunktion geprüft werden, da eine schwere Schilddrüsenunterfunktion selten dazu beitragen kann.
Häufige Fragen
Was bedeutet ein Natrium-Wert von 122 mmol/l?
Ein Wert in diesem Bereich kann eine erhebliche Verschiebung des Wasser- und Elektrolythaushalts anzeigen, nicht einfach nur einen Salzmangel. Unabhängig von zunächst fehlenden Beschwerden ist eine zeitnahe ärztliche Einordnung innerhalb von 1–2 Tagen nötig. Üblicher Referenzbereich: 135–145 mmol/l.
Wie weit liegt 122 mmol/l vom üblichen Bereich entfernt?
−13 mmol/l unter der Untergrenze (10 %). Wie bedeutsam eine Abweichung ist, hängt weniger von der Zahl allein ab als von Beschwerden, weiteren Laborwerten und dem Verlauf.
Wann sollte ich mit 122 mmol/l ärztlichen Rat suchen?
Lassen Sie den Befund innerhalb von 1–2 Tagen ärztlich abklären, auch wenn Sie sich noch gut fühlen; bei Übelkeit, Kopfschmerzen, Gangunsicherheit oder Benommenheit noch am selben Tag. Bei Krampfanfall, Bewusstlosigkeit oder starker beziehungsweise rasch zunehmender Verwirrtheit rufen Sie 112; für eine dringende ärztliche Vermittlung ohne solche Warnzeichen erreichen Sie 116 117.
Muss ich für die Natriumbestimmung nüchtern sein?
Für die Natriumbestimmung ist Nüchternheit meist nicht erforderlich. Folgen Sie dennoch den Hinweisen Ihrer Arztpraxis oder des Labors, falls gleichzeitig weitere Untersuchungen geplant sind.
Kann ich einen auffälligen Natriumwert selbst durch mehr Salz oder Wasser ausgleichen?
Eine gezielte Selbstkorrektur mit viel Salz oder sehr großen Wassermengen kann gefährlich sein. Natriumabweichungen hängen oft mit dem Wasserhaushalt zusammen; Ursache und sichere Vorgehensweise müssen ärztlich beurteilt werden.
Warum wird ein Natriumwert erneut kontrolliert?
Eine Wiederholung kann zeigen, ob die Abweichung anhält oder sich verändert hat, und einen unerwarteten Messbefund überprüfen. Ärztinnen und Ärzte beurteilen den Wert außerdem zusammen mit Beschwerden, Medikamenten und weiteren Laborwerten. Bei einem deutlich auffälligen Wert darf eine Kontrollmessung die dringende Abklärung nicht verzögern.
Anderen Wert prüfen
Verwandte Werte
Quellen
Diese Einordnung ist eine schematische Zuordnung nach üblichen Referenzbereichen für Erwachsene und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Referenzbereiche unterscheiden sich je nach Labor und Messmethode; maßgeblich ist der Bereich auf Ihrem Befund. Ein einzelner Wert ist für sich genommen keine Diagnose. Stand: 25.10.2026.